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Blockflöten von hoch bis tief im Theater an der Halle - Nuanciertes Zusammenspiel und samtener Sound
 
Nicht ganz unschuldig, so Albrecht Imbescheid, Leiter der Musikschule Ostfildern, bei seiner Begrüßung, sei Ostfildern nicht am Zustandekommen dieses Ensembles, womit das Landes- Jugend Blockflötenorchester Baden-Württemberg gemeint war, ist doch die Fachbereichsleiterin für Blockflöte an der Musikschule Ostfildern, Sally Turner, eine der Mitbegründerinnen dieses in Deutschland einzigartigen Orchesters. Angetreten waren 41 junge Frauen und ein junger Mann, die meisten von ihnen beim Wettbewerb "Jugend musiziert" ausgezeichnet, um Musik aus verschiedenen Jahrhunderten zu interpretieren.

Bis zu sieben Blockflötenarten in verschiedenen Höhenlagen, von der Sopraninoflöte bis hin zur Kontrabassflöte, waren in den einzelnen Stücken aus dem 17./18. und dem 20. Jahrhundert in immer neuen Kombinationen gefordert, denn wer ernsthaft Blockflöte spielt, muss mehrere Flöten meistern können. Dementsprechend war den Namen auch keine bestimmte Flötenart zugeordnet. So gab es häufig Flötenwechsel oder Platzwechsel von einer Instrumentengruppe in eine andere, und das war nicht der geringste Reiz dieses Abends: die immer wieder andere Vielstimmigkeit und vielfältige Mehrchörigkeit.

Einheitlicher Stimmenklang und nuanciertes Zusammenspiel zeichnet dieses Ensemble ebenso aus wie differenzierte Absetzung der Chöre und fugenloser Wechsel von einer Instrumentengruppe zur anderen. Besonders bei Sören Siegs "Celebration" kam dies schön zur Geltung. Das musikalische Spektrum bewegte sich von klassischen Harmonien bei Johann Christian Bach bis zu Close Harmonies bei Victor Fortin, von melodiösem Wohlklang bis zu synkopischem Staccato. Erinnerte die Sopraninoflöte eher noch an die Pfeife, so ließen die tiefen Flöten von Tenor bis Kontrabass Orgelklang entstehen, der sich in Valentin Haussmans "Fuga Prima" zu einem samtenen Sound entwickelte.

Dass das Orchester vielfältigen musikalischen Ausdruck beherrscht, zeigte sich in Hans-Martin Lindes klangmalerischen "Vier Melodramen", aber auch in "The Fipple Dance" von Glen Shannon, wo der Instrumentenrhythmus durch rhythmische Mund- und Blasgeräusche der Instrumentalisten unterstützt wurde, zum großen Vergnügen der Zuhörer übrigens. Sally Turner und Daniela Schüler (Musikschule Neckartailfingen) wechselten sich in der Leitung ab und dirigierten auch die beiden Zugaben aus Colin Touchins "Divertimento Nr. 4" und Victor Fortins "Lambsborner Nüsse", die das begeisterte Publikum sich erklatschte.

Elisabeth Görg

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